Donnerstag, 1. November 2007

Waldspaziergang 1

Diese weise Erscheinung ist ein mehrere Jahunderte altes Baumdenkmal. Wenn ich so alte Bäume sehe, oder auch Steine, dann erinnere ich mich immer daran, dass man auf zwei Arten Reisen kann: entweder wir reisen durch die Welt und besuchen viele Orte. Dann haben wir viele Orte ein wenig kennengerlent, aber keinen richtig. Oder wir bleiben an einem Ort und reisen durch die Zeit wie dieser Baum, der über Jahrhunderte die Menschen, die Tiere, die Jahreszeiten und undenkbar viel mehr kommen und gehen gesehen hat. Beide Arten zu reisen haben ihre Qualität und ihren Sinn. Die zweite Art zu reisen, wird aber leider all zu häufig vergessen.



Im Wald gibt es viele geheimnisvolle Plätze und Winkel. An diesen Orten spricht der Wald besonders deutlich zu uns, wenn wir uns die Zeit nehmen zu lauschen. Das ist alles was wir brauchen um den Wald zu verstehen: kein Geld, keine Bildung, keine Dinge...nur Zeit und ein offenes Herz.

Warum immer gerade stehen? Warum alles perfekt machen, wie es sich gehört? Warum nicht spielen und albern und aus der Reihe tanzen. Dem Leben mit etwas mehr Leichtigkeit begegnen. Lebendigsein und das Leben genießen.


In der Krone eines Baumes ist die Welt ganz anders. Früher bin ich auf jeden Baum geklettert. Heute mache ich das immer noch. Was mir zu denken gibt ist, das fremde Kinder oder auch ihre Erwachsenen das merkwürdig finden, wenn eine "erwachsene" Frau auf einen Baum klettert. Vielleicht haben sie es ja noch nicht ausprobiert. Es ist unbedingt zu empfehlen. Wann bist du das letzte mal auf einen Baum geklettert?


Ich wünsche mir für meine Kinder, dass sie den Wald als etwas lebendiges und schützenswertes kennenlernen. Als ein Organismus aus vielen. Als ein Körper in den man sich selbst integrieren kann und dessen Teil man werden kann. Dann haben sie ein zu Hause, wo immer sie auch später einmal sein werden auf der Welt.

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