Samstag, 5. Juli 2008

Minzen

Seit Juni kannst du überall auf Wiesen und Waldwegen verschiedene Minzsorten finden.

Mythologie
In der griechischen Mythologie ist Minthe die liebreizende Tochter von Kokytos, dem Gott des Unterweltflusses. Hades entführt Minthe nachdem er durch einen Urteilsspruch des Zeus die Hälfte des Jahres ohne seine Frau Persephone (die er ja schon von ihrer Mutter Demeter geraubt hatte) in der Unterwelt leben musste. Darüber wurde Demeter so zornig, dass sie Minthe in tausend Stücke riss und überall auf dem Berg Pylos verstreute. Aus diesen Stücken wuchs überall Unkraut. Hades war sehr unglücklich darüber, denn er war noch immer in Minthe verliebt. Um seiner Geliebten zu huldigen und auch um sich von Demeter seine Schwiegermutter, mit der er im ständigen Zwist lag nicht unterkriegen zu lassen, gab er dem unkaut seinen Penis. Darauf hin nahm das Unkraut seinen wunderbar aromatischen Geruch an, der die Menschen und Götter entzückte und ihnen Liebesleidenschaft verlieh.

Lange Zeit wurde die Minze, gerade durch ihren anregenden Duft als Aphrodisiakum verwendet. Griechische Bräutigame bekränzten sich mit einem Kranz aus Minze um leidenschaftliche Liebe mit in die Ehe zu bringen. Auch besagt ein altes griechisches Sprichwort, dass man in Kriegszeiten keine Minze säen noch ernten dürfe, da die dadurch entfachte Leidenschaft die Kräft der Soldaten aufzehren würde.

Heilkunst
Über die griechische Mythologie hinaus galt die Minze in ihren vielen Formen als bekanntes Heil- und Kräftigungsmittel. Wenn du beim Spaziergang auf Minze triffst, pflücke dir ein paar Blätter und gieße sie mit gekochtem Wasser zu einem Tee auf. Du kannst die Minze nicht verwechseln, wenn du daran riechst. Sie hat einen starken, durchdringenden Geruch.
Die Minze hilft bei Magen-Darm-Beschwerden, bei Katharren der Atemwege um endlich wieder frei Durchatmen zu können und bei neuralgischen Schmerzen. Bei Gallenleiden und Leberschäden, solltest du von der Verwendung absehen.

Speziell die Poleiminze ist geeignet zur Behandlung von Frauenbeschwerden. Sie fällt unter die Kategorie warme und trockene Pflanzen. Traditionell wurde sie als Abtreibungsmittel verwendet, und sollte deshalb unter keinen Umständen heute Schwangeren verabreicht werden. Als warmes Heilkraut kann es jedoch helfen bei "kalten" Menstruationskrämpfen, da sie die Beckengegend erwärmt und die Durchblutung anregt. Nach der Entbindung kann die Poleiminze dazu verwendet werden, geschwächten Müttern wieder neue Kräfte zuzuführen.
Das äthereische Öl der Poleiminze wird von Mücken, Schnaken, Fliegen und vielen anderen Insekten als unangenehm empfunden und daher gemieden (als natürliche Abwehr auf Terasse, Balkon, Garten). Das Öl ist stark antiseptisch und eignet sich zum Gurgeln bei Halsentzündungen oder zur desinfizierung von Wunden (vorsicht brennt, bei offenen Wunden besser Johaniskrautöl verwenden, das schmerzt nicht). Die Poleiminze reinigt das Blut und befreit die Lunge von festgewordenem Schleim.

Rezept um festsitzenden Schleimhusten zu lösen:

25 g Poleiminze
1 TL Honig
1 TL Salz
600 ml Wasser

Zerstampfe Minze Honig und Salz zusammen in einem Mörser. Gebe die Masse in köchelndes Wasser und lasse es einige Zeit köcheln, bis du das Gefühl hast, dass es nun gut ist. Seie alles ab und trinke möglichst warm. Ein heißes Handtuch auf der Brust erleichtert das Abhusten.
(Culpeper).

Wirkung auf den Geist
Die Minze ist eine ich-stärkende Pflanze, die dir Klarheit und Kraft verleiht deinen Weg zu finden und ihn zu gehen. Sie kann helfen, wenn du dich immer wieder in Situationen wiederfindest, in denen du dich gegen Dich selbst einem fremden Willen beugst oder dich von ihm beeinflussen lässt. Die Minze erreicht das, in dem sie dich in deine Seiensmitte bringt. Um diese Kraft zu nutzen kannst du Dich auf unterschiedliche Weisen dieser Pflanze nähern:

  • Beschäftige dich mit der Geschichte und Mythologie rund um diese Pflanze und den damit verwobenen Geschichten, einige wenige habe ich ja oben schon angedeutet
  • Widme einen Teil deiner Zeit dieser Pflanze: untersuche sie mit allen deinen Sinnen, halte sie in der Hand, schließe die Augen und versuche die Kraft zu spüren die von ihr ausgeht, betrachte die Bilder die dabei aus deinem Inneren auftauchen, schmecke sie auf deiner Zunge, rieche daran, schau sie dir genau an
  • setze dich mit ihr kreativ auseinander: zeichne oder male sie (das ist unabhängig davon ob du glaubst so etwas zu können oder nicht, du kannst es nicht falsch machen, sondern du musst es einfach nur tun), wenn du musikalisch bist, setze das was du mit der Pflanze verbindest musikalisch um, schreibe ein Gedicht...wie auch immer deine Kreativität äußert, verbinde sie mit dem Gedanken an diese Pflanze
  • wenn du mit schamanischen Reisen vertraut bist, besuche die Pflanze in der anderen Welt
  • stelle verschiedene Heilmittel mit dieser Pflanze her, probiere herum und suche Rezepte
  • ....
Du kannst auch ein Bad mit Minzöl nehmen (wenn du keine Badewanne hast geht auch ein Arm- oder Fußbad), schliesse dabei die Augen und stelle dir vor wie die Energie des Minzwassers in deinen Körper eindringt und ihn stark und gesund machst, lasse alle Gedanken los und erlaube der Klarheit die die Minze verleiht in deinem inneren Raum zu nehmen.


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