Donnerstag, 10. Mai 2012

Nerthus' Schlaf

Alte Postkarte die Sigfied in der Wagner Szene Waldweben zeigt.

Nerthus' Schlaf 

Im tiefen Walde sitzend, im Klang versunken ganz 
Spielt' ich einst innig horchend, auf meiner Schalumei, 
Da trat aus grünem Dickicht, in sonderbarem Glanz, 
Gehüllt in bleichen Nebel, ein Weib zu mir herbei.  

Laß ab von mir, du Kühle - Dunkle aus der Tiefe, 
Zu wenig Sommer sah meiner Augen Licht, 
Wenn nicht ihr Schmerz, durch meine Adern liefe, 
So sagte ich Dir: ich komme nicht! 

Mit großen Augen blickend, gar traurig und sehr sanft 
Zeigt sie mit schmalem Finger, mein zitternd Instrument, 
von tiefem Hauche klingend, dass sich mein Herz verkrampft,
Spielt es von selbst die Weise, die meine Seele kennt. 

Das Lied erzählt von Liebe, im Augenblick entbrannt, 
auf einmal war sie alles, mein Licht und meine Welt, 
Ich ging um sie zu werben, gar kühl ihr Blick entschwand, 
Ließ mich zurück im Dunkeln, wo Hoffnung schnell zerfällt.  

Laß ab von mir, du Kühle - Dunkle aus der Tiefe, 
Zu wenig Sommer sah meiner Augen Licht, 
Wenn nicht ihr Schmerz, durch meine Adern liefe, 
So sagte ich Dir: ich komme nicht! 

Doch wieder, immer wieder, entschwand ein neuer Augenstern, 
durch Eitelkeit und Kühle, durch Arg und schönen Schein, 
nicht lang da fühlt ich innen, gar steinern meinen Kern, 
so goss ich in die Becher, nur bitter bittren Wein. 

Und dann geschah das eine, so zart war sie, mit lieber Hand, 
doch strafte ich ihr Lächeln, mit Hinterlist und Hohn, 
so fiel sie in das Dunkel, ihr Herz die tiefe Gram verbrannt, 
und dann vor ihrem Grabe, empfing ich meinen Lohn. 

 Laß ab von mir, du Kühle - Dunkle aus der Tiefe, 
Zu wenig Sommer sah meiner Augen Licht, 
Wenn nicht ihr Schmerz, durch meine Adern liefe, 
So sagte ich Dir: ich komme nicht! 

Sie war das einzig wahre Liebchen, das wahrlich mich gesehen, 
all anderen waren blind und kalt, und diese wollt ich finden 
Weil ich nicht sehen wollte, ließ ich im Elend sie vergehen, 
doch nun seh ich, ich wollte, die kalte Mutter überwinden. 

Die kalte Mutter fern von mir, verstellte mir den Blick, 
Du, oh Nerthus folgtest mir, mit Mitgefühl und Glanz, 
Das eine Liebchen gabst du mir, zu wenden mein Geschick, 
Doch war ich blind und brach entzwei, was vorher heil und ganz. 

Nimm mich mit, du Warme - Mutter der Verlassenen, 
Deck zu die Schmerzen Schritt für Schritt, 
Vertreib das ewig Hassende
So sagt ich Dir: ich komme mit!

(c)Mariamne 2012 

1 Kommentar:

http://die-kochnische.de hat gesagt…

Ich liebe frische Kräuter und bin immer auf der Suche nach außergewöhnlichen Rezepten und sinnvollem Nutzen der Krautigen. Finde deinen Blog daher absolut interessant, weil für mich die Kräuterküche immer wichtiger wird. In 2 Wochen ziehen wir ins eigene Haus um und das Highlight ist für uns der riesige Garten. Wird zwar viel Arbeit, dort alles so anzusiedeln, wie wir uns das wünschen, aber Kräuter werden da eine ganz wichtige Rolle spielen. LG, Steffi